Wo fühlen sich Wellensittiche wohl?

  • Wie schaut ein geeigneter Käfig bzw. die geeignete Voliere aus + Ausstattung?
    Hier soll der menschliche Geschmack nicht im Vordergrund stehen. Verspielte oftmals dadurch kleine Käfige sind nicht artgerecht. Ganz schlimm sind Rundkäfige, die zum Glück kaum noch angeboten werden. Wenn man sich ein Pärchen hält, sollte der Käfig mindestens eine Länge von 80 cm. aufweisen (besser mehr) - natürlich inkl. täglichem Freiflug. Im Handel werden für Wellensittich gerne die sogenannten "Hubschraubervolieren" angeboten - zwar recht hoch, aber mit einer Grundfläche von 50x50. Der Wellensittich fliegt gerne hin- und her - schraubt sich aber nicht wie ein Hubschrauber in die Höhe. Ideal wäre (wenn man eben nicht für 2-6 Wellis schon eine Aussenvoliere bauen kann) eine Innenvoliere mit den Maßen 1,2 x 1,0 x 0,6 m (B x H x T). Die Gitter sollten quer verlaufen - die Wellis klettern gerne daran hoch. Ausserdem sollten sie auf keinen Fall weiß sein (irritiert den Vogel). Am besten dunkel mit aufgerauhter Oberfläche (Hammerschlag).
    Eine Bodenwanne (möglichst aus Metall) gewährleistet eine leichte Reinigung. Bodengitter werden oftmals mitgeliefert, sind aber nicht nötig. Als Einstreu kann man Buchenholzspäne, Maisstreu oder Vogelsand verwenden. Natürlich muss die Voliere regelmäßig komplett gereinigt werden.
    Plastikstangen sind ungeeignete Sitzplätze. Die Vögel bekommen damit Probleme mit den Beinchen. Ideal sind gut gewaschene Naturäste (von Obstbäumen z.B.), die man unterschiedlich in der Voliere anbringt. Auch Naturseile werden gerne als Sitzplätze angenommen.
    Auch die oftmals mitgelieferten Plastikfressnäpfe sollte man durch Edelstahlnäpfe ersetzen, die hygienischer zu reinigen sind. Wenn man z.B. 4 Wellensittiche hat, sollte man mind. 2 Futterstellen anbieten.
    Für das Trinkwasser sind ebenso Edelstahlnäpfe oder Wasserspender besser. Das Wasser muss täglich gewechselt werden.

    Bei schönem Wetter kann man die Voliere in's Freie stellen - natürlich nicht in die prahle Sonne. Wenn die Tage kürzer werden oder wenn man keine Möglichkeit hat, den Vögeln natürliches Sonnenlicht zu bieten (die Fensterscheiben filtern das UV-Licht) gibt es spezielle Vogellampen, die das Sonnenlicht ersetzen und den Vögeln sehr gut tun.
     
  • Spiegel und Plastikwellensittich sind tabu!
    Früher hat man einen Wellensittich in einen viel zu kleinen Käfig alleine gesteckt und er hatte als einzige Gesellschaft einen Spiegel oder einen Plastikwelli. Der wurde dann gefüttert und fast wie ein Partnerersatz behandelt - was für den Vogel Kropfentzündungen, Legenot etc. zur Folge hatte. Schrecklich!

    Sehr wohl kann man den Vögeln aber unterschiedliches Spielzeug anbieten. Im Handel gibt es alle möglichen Sitzgelegenheiten (Kombination Naturäste und Seile) und sie haben auch gerne Korkröhren zum Schreddern (bei brutwilligen Paaren muss man diese aber in kurze Stücke schneiden - die kann man an einem Seil aufhängen). Auch Glocken oder Gitterbälle sind bei manchen beliebt. Sie knabbern aber einfach auch gerne die Rinde von den Ästen ab - grad Hennen in Brutstimmung sind da besonders fleißig. 
     
  • Möglichst täglicher mehrstündiger Freiflug tut dem Wellensittich gut
    Wellensittiche mit zuwenig Bewegung verfetten und werden dadurch krank. Daher sollte man dem Wellensittich die Möglichkeit geben, sich frei zu bewegen. Wenn man jetzt keine wirklich große (vor allem breite) Voliere zur Verfügung hat, sollte er im Raum frei fliegen können. Wenn der Vogel neu einzieht, dann kennt er oftmals keine Fenster. Hierbei helfen Fensterbilder (Windowcolour), Post its oder einfach Papier an die Scheiben kleben und mit der Zeit wieder entfernen. Auch können giftige Pflanzen und Wasserschüsseln eine Gefahrenquelle sein. Wenn man Anflugstellen schafft, befinden sich vorwiegend die Hinterlassenschaften darunter und lassen sich dadurch leichter entfernen.

  • Badeplätze
    Können gerade in der warmen Jahreszeit angeboten werden und manche Wellensittiche lieben sie. Besonders attraktiv werden diese Badeplätze, wenn man ein paar Zweige Basilikum, Petersiel oder auch Karottenkraut hineingibt.
    Manche haben es auch gerne, wenn sie mit einem Zerstäuber angesprüht werden. 
  • Aussenvoliere
    Wenn aus dem vierköpfigen Minischwarm schon 8 und mehr geworden sind (Warnung: Wellensittiche können süchtig machen ;-) ), dann ist oftmals die Haltung im Wohnbereich nicht mehr so einfach. Wenn man die Möglichkeit hat, kann man sich dann eine Aussenvoliere bauen. Aber Achtung - es muss ein Schutzraum dabei sein. Das kann eine gut isolierte Gartenhütte mit Frostschutz und betonierten Boden sein. Im ganzen Bereich muss überhaupt der Boden gut gesichert sein - wer will schon Marder oder ähnliches bei seinen Lieblingen wüten sehen....
    Im Schutzraum und auch im Aussenbereich soll man natürlich genug Lande- und Spielmöglichkeiten anbieten - die Voliere soll aber auch groß genug sein, dass die Vögel gut frei fliegen können. Sowohl Aussen- als auch Innenbereich sollen über eine Art Schleuse betretbar sein, damit einem beim Hineingehen nicht ein Vogel entfliegt. Zumindest im Innenbereich soll es mehrere UV-Lampen geben, damit die Vögel auch an nicht so schönen Tagen ihr Licht haben. Der Durchflug vom Innen- zum Aussenbereich soll gut verschließbar sein.
    Viele empfehlen im Aussenbereich eine Doppelvergitterung, damit Katzen nicht durch's Gitter die Vögel verletzen können.
    Wichtig ist auch, im Aussenbereich eine Überdachung (Plexiglas oder sonstiges). Der Kot von Wildvögeln kann sonst die eine oder andere unnötige Erkrankung in den Vogelbestand bringen.

    Im August 2011 sind unsere Wellensittiche in das isolierte Schutzhaus eingezogen. Ich freue mich sehr und bedanke mich vor allem bei meinem Mann Hannes und Sohn Simon, die da vor allem sehr fleißig waren. Im März 2012 wurde die dazugehörige Aussenvoliere fertig.


Otto beim Putzen
Otto beim Putzen

Counter seit 17.11.2011

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